Neugier

Automatisch denken wir Neues wäre immer interessant.

Es gibt neue Produkte die das Alte verbessern. Oder welche nur besser sind, weil sie billiger sind. Und dafür auch schlechter.

Vieles lebt von der Verwechslung von beidem. Auf den zweiten Blick oft klar erkennbar.

Neues was besser und billiger ist, haut uns um.

Möglich ist das durch die technologische Weiterentwicklung. Neue, bessere Geräte zum Preis des Vorjahres geht ja auch.

Besser und preiswerter. Das ist mein Anspruch, das anzubieten. Das lohnt sich. Für mich und meine KundInnen.

Social-Media-Tuning

Man richtet sich persönliche Social-Media-Konten ein, folgt wem man möchte und lehnt sich zurück während einem die maßgeschneiderten Medienkanäle zuströmen. Man dreht an der Feinabstimmung, bis sie einem Vergnügen bereiten.

 – Warren Ellis, graphic novelist, via Austin Kleon

Leichter gesagt als getan. Trotzdem, dieses Zitat trifft den Nagel auf den Kopf. Man muss lernen mit Social-Media richtig umzugehen. Schnell wird Facebook zum Zeitfresser und verdirbt einem die gute Laune.

Mir wurde das deutlich, als ich viel auf Facebook unterwegs war, um zu sehen wie die Posts meiner Kunden ankommen. Oft wurde ich so sehr abgelenkt, dass was ich in fünf Minuten erreichen wollte nach einer Stunde immer noch nicht erledigt war. Und ich fühlte mich irgendwie unbefriedigt und leer.

Inzwischen gibt es genügend psychologische Untersuchungen und entsprechende Veröffentlichungen, die erklären woran das liegt:

Mir war klar, hier muss ich was ändern. Wofür nutze ich Facebook? Und zwar persönlich und auch in meiner Eigenschaft als Social-Media-Publisher meiner KundInnen. Was für Aktionen leite ich daraus ab?

Für mich ist Facebook ein Kommunikationskanal, um Beiträge zu veröffentlichen und Mitteilungen anderer zu empfangen. Um das so effektiv wie möglich zu gestalten, geht es zunächst darum den Input zu minimieren. Dann geht das tägliche Durchsehen und visuelle Herausfiltern von Werbung schneller.

Das heißt Abonnements löschen. Ich gehe den Newsfeed durch und entscheide aus dem Bauch heraus, was ich nicht mehr abonniere. Dabei wird mir klarer was mich interessiert: Neue Erkenntnisse oder Blickwinkel, die mein Wissen und meine Erfahrungen vertiefen. Und spannende Veranstaltungen. Nach ein paar Tagen bemerke ich wie schnell ich durch die Neuigkeiten durch bin. Jedesmal sind überraschende Entdeckungen dabei. 

Ich notiere das Gefundene, was für mich wertvoll ist. Bei Veranstaltungen, die mich interessieren, melde ich mich an und trage sie in den Kalender ein.

Liken, Kommentieren und Teilen erfordert von mir zu viel Entscheidungsenergie und ist ein Zeitfresser. Das lasse ich. Also achte ich auch nicht mehr auf Likes und lese keine Kommentare. Auch bei meinen eigenen Posts. Das spart enorm viel Zeit und ist eine gute Übung darin, sich von der Meinung anderer frei zu machen. Lieber schreibe ich einen eigenen Artikel oder setze eine gefundene, inspirierende Idee sofort um. Jetzt macht Social-Media wieder Spaß.

Falls ich ein für mich spannendes Thema entdecke, was mich gerade selber beschäftigt, twittere ich den Link. Twitter ist meine öffentliche Materialsammlung. Darauf kann ich jederzeit zurückgreifen um Inspiration zu bekommen und meine Fans können sehen, was mich so beschäftigt und bewegt.

Seit Anfang Juni befolge ich diese Maßnahmen konsequent, mir fehlt nichts, ich bin kreativer, produktiver und mir geht es hervorragend. Es gibt so viel zu tun.

All the world is a stage

Dieses Zitat hat mich zu den Bildern im Header meiner Webseite inspiriert.

Die Bilder stehen für die verschiedenen Bühnen des Lebens, auf denen ich meine KundInnen finde und  inszeniere. Mein Ergebnis wird dann auf deren Webseite und auf Social-Media veröffentlicht: auf YouTube in Breitband und in Farbe, auf Facebook quadratisch und praktisch, auf Instagram künstlerisch wertvoll und überall unterhaltsam lehrreich.

„Die Bretter, die die Welt bedeuten“ davon reden Schauspieler. Sind wir nicht alle Schauspieler in unserem Leben, inzwischen?

Apropos, am 1. August 2018 hebt sich der Vorhang einer neuen Bühne:

Hartmut Esslinger, ein Vorbild für mich

Während meines Studiums, Ende der achtziger Jahre, habe ich meinen ersten Computer gekauft. Es war ein Apple Macintosh Classic. Die Grafikdesigner an unserer Hochschule waren von diesem Computer begeistert. Nicht nur Programmierer, sondern auch Designer konnten damit umgehen.

Kurz darauf fiel mir das Buch „Hartmut Esslinger und Frogdesign“ in die Hände. Er war der Produktdesigner meines Computers. In diesem Buch stellt er der Lehre „Form follows Function“ sein „Form follows Emotion“ entgegen. Als Designstudenten lernten wir Gestaltungsregeln nach Bauhaus, die als Grundlage perfekt waren. Darauf aufbauend hat mich Esslinger mit seinen Ideen und Konzepten begeistert und überzeugt. Er hat damals Steve Jobs bestärkt konsequent die intuitive Benutzerführung und die Reduktion auf das Wesentliche umzusetzen.

Seine Theorie rückt den Kundennutzen in den Mittelpunkt. Kunden müssen nicht lernen und verstehen, die Form des Produktes leitet sie intuitiv an. Selbst die innovativsten Produkte müssen einfach bedienbar sein.

Für mich heißt das seit damals, ich mache es dem Zuschauer meiner Filme so einfach wie möglich die Botschaft zu verstehen und die Aussage nachzuvollziehen. „Form follows Emotion“ heisst für mich der Verzicht auf Firlefanz und Effekthascherei. Die authentisch erzählte Geschichte meiner Protagonisten macht es möglich eine echte Verbindung herzustellen und den Menschen ein Stück weit kennenzulernen.

Bildnachweis: Screenshot aus dem Video  Hartmut Esslinger – Advice For Designers on Vimeo

Improvisieren

Bei der Kunst und in der Geschäftswelt, in beiden Welten ist der Unterschied zwischen Amateuren und Profis einfach: Die Profis wissen sie improvisieren. Die Amateure tun so als ob nicht.

 – aus The Art of Asking von Amanda Palmer

Irgendwann habe ich bemerkt wenn ich in meiner Arbeit weiterkommen will und besser werden will, und nur dann macht die Arbeit ja letztendlich Spass, dann muss ich mich weiterentwickeln und lernen. So hart es ist und so schwer sich einzugestehen, am Besten lernt man aus Fehlern.

Seitdem ist mir jeder Fehler willkommen um mich zu verbessern. Man lernt im Laufe der Zeit Fehler nicht mehr zu vermeiden oder unter den Teppich zu kehren. Sich mit Ausreden oder der Schuld von anderen zu beschäftigen fällt weg. Die Zeit und Energie kann ich jetzt in die Lösung von Problemen investieren. Das führt dazu dass man wirklich gut wird in dem was man tut. Jede Arbeit wird besser als die vorhergehende. Das macht für mich einen Profi aus.

Und jetzt wird es spannend. Von dieser Sicherheit ausgehend kann ich bewusst Risiken eingehen, so begrenzt wie möglich. Es geht darum Neues zu entdecken und das Produkt weiter zu entwickeln. Das führt zu Unvorhersehbarem und man muss improvisieren. Da kommen dann spontane Ideen und Lösungen aus der Praxis.

Alles bleibt lebendig und abwechslungsreich, mir selbst wird nie langweilig und es ergeben sich neue Chancen Fehler zu machen und daraus zu lernen. Nicht so tun als ob man alles beherrscht. Bereit sein an die Grenzen zu gehen und zu spielen.

Im Buch „The Art of Asking“ erzählt Amanda Palmer über ihre Karriere als Musikerin und wie sie die neue Tauschwirtschaft genutzt hat um ihre Karriere zu entwickeln. Sie nutzt die damals neuen digitalen Werkzeuge wie Social-Media und Crowdfunding um sich als unabhängige Künstlerin zu verwirklichen. Nebenbei lernt man viel über diese Werkzeuge kennen und ist fasziniert von den Aufs und Abs eines Lebens als Künstlerin und Freigeist. Spannend!

Eines der für mich überraschendsten Bücher der letzten Jahre, inzwischen auch auf Deutsch erschienen The Art of Asking: Wie ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und lernte, mir helfen zu lassen.

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